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| Sächsische Zeitung, 23.11.2006 |
Choral für den Schwarzen Bass
Daniel Pastewski (18) aus Dohna ist im Dresdner Bergsteigerchor "Kurt Schlosser" bereits Solist.
Von Peter Salzmann
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Sächsische Zeitung vom 23.11.2007 |
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Der Sächsische Bergsteigerchor "Kurt Schlosser" Dresden feiert dieser Tage sein 80-jähriges Jubiläum. 140aktive Sänger zählt der populäre Klangkörper. 15 davon sind im Landkreis Sächsische Schweiz zu Hause. Einer von ihnen ist der 18-jährige Daniel Pastewski aus Dohna, der mit seinem Vater Detlef die Reihen der Vokalgemeinschaft stärkt. Filius Daniel hat mit seinem Schwarzen Bass im Bergsteigerchor wahrlich für Aufhorchen gesorgt.
Chefdirigent Axel Langmann und Chordirektor Werner Matschke wissen um dieses Juwel. Matschke bearbeitete eigens für Daniel Pastewski das legendäre "Mnogaja leta" ins Deutsche. Das Lied stammt vom Bulgaren Dimitri Bortnjanski (1751-1825), der in St. Petersburg gelebt hat. Werner Matschke fügte einen deutschen Text hinzu und schuf mit seinem Arrangement einen Bergchoral für Bass-Solo und Chor, der die Klangpracht geradezu herausfordert. Daniel Pastewski, der Jüngste im Bergsteigerchor, gilt als seltener Oktavist, der ohne Schwierigkeit das tiefe D schafft.
Im Archiv gekramt
Der Schüler des Beruflichen Gymnasiums Pirna gehört seit 2004 zu dem renommierten Männerchor. "Ich war vom Klangvolumen des Bergsteigerchors überwältigt", bekennt er. Er sei schon immer gern gewandert und habe auch deshalb "Bezug zum Berglieder-Repertoire". "Doch mir haben es auch die großen Meister und die russische Folklore angetan." Dass er im Bergsteigerchor keinerlei Distanz von den Altgedienten zu spüren bekam, ist für diese Gemeinschaft normal. "Orgleiter Holger Günzler hat mich sofort einbezogen", berichtet Daniel, der für die Noten und die Jugendarbeit verantwortlich zeichnet. Bei Sichtung des Archivs kramte er Berglieder hervor, die aus der Chor-Gründerzeit und den Nachkriegsjahren unter Dirigent Richard Eißler stammen. "Einige Titel sollten wieder ins Repertoire aufgenommen werden", fordert Daniel selbstbewusst und wird Gehör finden. "Denn", so fügt er an, "die Lieder der Berge haben dem Bergsteigerchor eine enorme Publikumsgunst eingebracht." Daniel wünscht sich die Bass-Soli der Pyrenäen-Weise "Berge der Heimat" und des Hymnus "Gruß euch, ihr mächtigen Berge".
Chefdirigent Axel Langmann erteilt ihm Gesangsunterricht und macht ihn mit Musikgeschichte und Musiktheorie vertraut. Langmann über Daniel Pastewski: "Es ist faszinierend, wie er seine Ideen gegen den Strom der Zeit durchsetzt", denn der Jung-Bass will nach dem Abitur in Dresden Gesang studieren, und er weiß, dass ein schwieriger Weg vor ihm liegt. "Der klassische Operngesang zieht mich in den Bann", blickt Daniel in die Zukunft. Seine Träume sollen keine Schäume sein. Er wünscht sich die Rolle des Sarastro in Mozarts "Zauberflöte".
Die Dirigenten Axel Langmann, Werner Matschke und Gernot Jerxsen unterstützen und führen ihn ebenso wie Stimmbildnerin Stephanie Hauptfleisch. Das war auch so, als Daniel Pastewski den Wunsch äußerte, für den Bergsteigerchor ein Arrangement des schwedischen Volksliedes "Im Frühtau zu Berge" auf das Notenblatt zu schreiben und auf diese Weise das ohnehin vielseitige Repertoire zu erweitern.
Ergreifende Reaktionen
Es sei schon erhebend, so Pastewski, "wenn die Leute bei unseren Konzerten Tränen in den Augen haben oder wenn trotz großer Neuschneemassen Hunderte zu unserer Wintersonnenwende nach Kleinhennersdorf kommen."
Dass er das Elbsandsteingebirge liebt, versteht sich von selbst und liegt nicht nur an seiner Heimatstadt Dohna. Mit seinem Bergfreund Robert Hohlfeld geht’s klettern. Noch halten sich Daniels Bergsporterfolge in Grenzen. Aber seinen Namen konnte er schon in die Gipfelbücher der "Nonne", des "Hallensteins", des „Papstes“, der "Schiefen Zacke" oder der "Kleinen Hunskirche" eingtragen. "Wer die Berge besingt, sollte sie auch lieben, sonst fehlt den Liedern die Seele", sagt Daniel Pastewski.
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