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| Sächsische Zeitung, 22.11.2011 |
Schottenhymne aus Sachsenkehlen
Der Bergsteigerchor begeistert im Dresdner Kulturpalast und widmet sich sogar Paul McCartney.
Von Marco Mach
Es herrschte eine gewisse Abschiedsstimmung am Sonntag im Dresdner Kulturpalast bei den Jahreskonzerten des Sächsischen Bergsteigerchores „Kurt Schlosser“. Denn aufgrund des ab Mitte 2012 geplanten Umbaus seiner seit über 40 Jahren geliebten Heimstätte waren die zwei Auftritte erst einmal die letzten dort.
Dadurch bekam auch das diesjährige Motto der Jahreskonzerte eine doppelte Bedeutung: „Heute hier – morgen dort“ hieß es nämlich. Und eigentlich wollten die über 100 stimmkräftigen Herren damit nur ausdrücken, dass sie immer unterwegs sind und ihren 5000 Fans im wieder zweimal ausverkauften Kulturpalast Lieder aus elf Ländern singen. Schließlich hat der Chor seit seiner Gründung 1927 bis heute 650 Städte in Europa, Asien und Amerika bereist.
Ein beliebtes Ziel der „Rotbesockten“ und somit auch von deren langjährigem Direktor Werner Matschke war zum Beispiel Bulgarien. Deshalb durfte der 79-jährige, frisch gebackene erste Ehrendirigent auch das „Lied von der Malowiza“ nochmals in der alten Wirkungsstätte dirigieren. Das Lied geriet zum krönenden Abschluss des ersten Konzertteils.
Messe als Interimslösung
Davor und danach nahmen seine Nachfolger Axel Langmann und Gernot Jerxsen das – wie der Chor mehrheitlich betagte – Publikum mit auf eine musikalische Weltreise. Vor den traditionellen Bergvorhängen mit gemalten Felsen und inmitten von Blumen und Fichten erklangen mal wehmütige, mal beschwingte Melodien. „Im Frühtau zu Berge“ wurde sogar in seiner Ursprungssprache Schwedisch dargeboten. Zum Mitsingen für das Publikum stimmte man aber dennoch die deutsche Variante an.
Zum Höhepunkt avancierte Schlossers Erstaufführung von Paul McCartneys Schottenhymne „Mull Of Kintyre“. Genial unterstützt wurde der Chor dabei von den Dudelsackspielern und Trommlern der „Dresden Pipes & Drums“. Das war Gänsehaut pur und gefiel auch MDR-Moderatorin und Schottland-Liebhaberin Beate Werner, die amüsant durchs zweistündige Programm führte. Doch nicht nur die „Dresden Pipes & Drums“, sondern auch die choreigene Instrumentalgruppe bereicherte den Gesang hin und wieder so sehr, dass man sich künftig mehr davon wünscht.
Der Termin und vor allem der Interimsort der nächsten Jahreskonzerte stehen auch schon fest. Sie finden am 25. November 2012 in der Dresdner Messe statt. Wie gesagt: Heute hier – morgen dort.
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