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| Sächsische Zeitung, 24.02.2003 |
Lieder zum Klettern und Wandern auf der Alm
Trientiner und Sächsischer Bergsteigerchor bezaubern
Die Bühne ist in warmes Licht getaucht wie beim Alpenglühen. Auf den Zuschauersitzen liegen Reiseprospekte vom Monte Bondone, dem Hausberg von Trento. Da wird zum Klettern, Wandern auf der Alm, Relaxen im Heu und Wandeln in einem der "üppigsten Blumenmeere der Alpen" eingeladen.
Musikalisch entführte dorthin der Trientiner Bergsteigerchor, der gestern ein Konzert im Kulturpalast Dresden gab. Bereits zum fünften Mal stand der zu den Besten seines Metiers zählende Männerchor aus Italien gemeinsam mit dem Sächsischen Bergsteigerchor "Kurt Schlosser" auf der Bühne. Mit ihren schönsten "Liedern der Berge" erfreuten sie im vollbesetzten Kulturpalast ihr überwiegend älteres Publikum. Manche kamen fesch in weißen Blusen und im stilechten Trachtenlook. Und lauschten verzaubert den stimmgewaltig, die Schönheit und Kraft der Natur besingenden Männerchören.
Da erklangen lyrische romantische Melodien, heitere und zünftige Berg- und Wanderlieder. Es wurden schwärmerisch hohe Gipfel, Alpenrosen und Schuberts von wilder Knabenhand gebrochenes Heideröslein besungen. Frohgemut und klangreich zog man in den Liedern aus und ließ die Sorgen Zuhaus. Zugleich schwang die Zuversicht mit, dass der Mensch der Natur wohlgesonnen sein möge.
Der Trientiner Chor, bereits 75-jährig und der älteste von rund 70 Chören im Alpenraum, stellte sehr melodische, gefühlvolle Heimat- und Liebeslieder vor. Die Sänger sammeln und erhalten die zeitlos schönen alten Weisen für die Nachwelt. Sie erzählen vom Dorfleben, von Festen, romantischen Bootspartien auf Gebirgsseen, dem leuchtenden Mond über den Bergen, dem Herzklopfen und der Sehnsucht der Auswanderer nach ihrer Heimat. Die große Armut zog und zieht viele aus dem Trienter Land in die Ferne, um dort ihr Glück zu finden und ein neues Leben aufzubauen.
Doch in dem mit viel Beifall bedachten Konzert überwog die Lebensfreude.
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