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| Sächsische Zeitung, 26.11.2002 |
Machtvoller Klang der 120 Kehlen
Von Jens Daniel Schubert
Mit zwei ausverkauften Konzerten feierte der Bergsteigerchor "Kurt Schlosser" am Sonntag im Dresdner Kulturpalast sein 75-jähriges Bestehen. 1927 als Gesangsabteilung des Tourismusvereins "Die Naturfreunde" gegründet, prägen noch heute Ideale wie Heimatliebe und Kameradschaft das Profil. Das spiegelt sich in der Programmgestaltung wider, Brechts "Anmut sparet nicht, noch Mühe" mit der Musik Hanns Eislers, Texte von Johannes R. Becher, "Lützows wilde verwegene Jagd" (Körner/Weber) stehen neben deutschen und internationalen Volks-, Berg- und Heimatliedern.
Drei Dirigenten
Ein einheitlicher Chorklang erfährt durch die unterschiedlichen Dirigenten Variationen. Der langjährige Chorleiter Werner Matschke riss die Männer mit, strahlte ob des voluminösen Klangs aus 120 Kehlen, auch wenn's manchmal forciert, angestrengt und nicht intonationsrein klang. Sein Stellvertreter, Karl Heinz Hanicke, legte Wert auf ausgefeilte metrische Differenzierung, brachte Präzision und große deklamatorische Wirkung. Der künftige Chorleiter Axel Langmann dirigierte feingliederiger, nahm das Volumen zugunsten von Stimmkultur und Klangschönheit zurück, setzte die dynamische Differenzierung und die Steigerung zum machtvollen Forte wirkungsvoll ein.
Zugabe "La Montanara"
Traditionsgemäß ergänzten Solisten das Chorprogramm, stimmschön sowohl Frank Schiller (Erfurt) wie Marlen Herzog (Dresden), wenngleich dem Bariton in Höhe und Tiefe die Durchschlagskraft der Mittellage fehlte und die Mezzosopranistin insgesamt sehr zurückhaltend wirkte. Ebenso fester Konzertbestandteil sind die netten Moderationen von Cornelia Nossek, im Festkonzert ergänzt durch pointierte Rezitationen ihres "Vorgängers" beim Bergsteigerchor, dem Schauspieler Reinhold Stövesand.
Ganz neu dagegen war eine Instrumentalgruppe unter Leitung von Uwe Fink, die in wechselnder Besetzung zusätzlich Farbe ins Programm brachte. Stürmischer Applaus, rhythmisches Klatschen und stehende Ovationen bezeugten die Beliebtheit des Ensembles und ihrer Musik, drei Zugaben, darunter das unvermeidliche "La Montanara", erklangen.
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