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| Dresdner Neueste Nachrichten, 07.04.2002 |
Singende Bergsteiger
Machtvolle Demonstration des Männerchorgesanges
Von Gerhard Böhm
Wer am Sonnabend ganze Heerscharen zur Sporthalle an der Bodenbacher Straße pilgern sah und vielleicht auf ein hochwichtiges Punktspiel etwa der berühmten Dresdner Volleyball-Damen tippte, der lag diesmal falsch. Denn nicht nur der Sport vermag die Massen zu bewegen, sondern auch die Kunst. Sächsische Bergsteiger sangen und viele, viele kamen, vor allem ältere rüstige Naturund Wanderfreunde. Wer die regelmäßigen Veranstaltungen der Dresdner Vereine "Kurt-Schlosser-Chor" und "Bergfinken" einmal erlebt hat, weiß um den großen Publikumsmagnet Männerchor.
Nun war diese Chorkonzert noch ein ganz besonderes. Zum erstenmal traten vier sächsische Bersteigerchöre gemeinsam auf. Der Veranstaltung war ein voller Erfolg beschieden, von der zügigen Organisation des Ablaufs über die durchweg respektablen bis sehr guten Leistungen aller Mitwirkenden, die ambitionierten sechs Chorleiter, die alle mit Professionalität prächtig zu motivieren wussten, das publikumsfreundliche Repertoire der zahlreichen volkstümlichen Berglieder bis zum machtvoll sich steigernden Schlusspunkt mit der Fülle von etwa 250 geschulten Sängerkehlen.
Den Anfang bestritt der Männerchor "Sächsische Schweiz". Unter Leitung von Ulrich Schlögel erfreute er mit Heimatliedern, von denen "Ein froher Bergler bin ich ja" besonders zu gefallen wusste. Die traditionsreichen "Bergfinken", seit 40 Jahren von Wolfgang Wehmann mit ungebremster Vitalität wie auch Sorgfalt geleitet, glänzten mit breit gefächertem Repertoire und setzten mit "Auf den Bergen wohnt die Freiheit", zusammen mit dem Chor "Sächsische Schweiz", den ersten Höhepunkt vor der Pause.
Einen etwas anders gearteten Akzent brachte der Bergsteigerchor Sebnitz unter Matthias Hieke. In schmalerer Besetzung gelangen ihm fast kammermusikalische Wirkungen von beträchtlicher Klangkultur und weit ausgeschöpfter dynamischer Bandbreite. Natürlich hatte der Auftritt des "Kurt-Schlosser-Chores" schon von der stattlichen Besetzung her besonderes Gewicht. Seine drei Leiter, Chordirektor Werner Matschke, Kapellmeister Karl-Heinz Hanicke und Axel Langmann, der auch die künstlerische Gesamtleitung hatte, traten abwechselnd ans Pult und brachten all die bekannten Vorzüge der Sängerschar mit Liedern aus Italien, Bulgarien und Deutschland hervorragend zum Klingen. Im Finale vereinten sich alle Chöre zu ausdrucksstarkem Musizieren.
Für die verhinderte Cornelia Nossek sprach Marlies (Marion !) Neumann informative Texte (Peter Salzmann). Schon am 1. Juni wird die Zusammenarbeit der vier Chöre fortgesetzt, wenn der Männerchor "Sächsische Schweiz" sein 25-jähriges Bestehen am Wolfsberg in Reinhardtsdorf feiert.
P.S.: Es wäre schön, wenn außer Wolfgang Wehmanns Kampenwandspruch (Uraufführung!) die stilistische Palette der Lieder sich mehr zu unserer Zeit hin öffnete.
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