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| Sächsische Zeitung, 06.09.2010 |
Glühwein und Freikugeln
Tausende kamen zur Premiere der Filmoper „Der Freischütz“ bei den Dresdner Filmnächten. An beiden Elbufern erlebten sie schöne Musik und Bilder.
Von Bernd Klempnow
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Mal von der anderen Elbseite – die Premiere des Films „Der Freischütz“ konnten Besucher nicht nur vom Filmnächte-Areal, sondern auch von der Brühlschen Terrasse aus erleben. Der Streifen kommt zum Jahresende unter dem internationalen Titel „Hunter’s Bride – Die Jägerbraut“ in die Kinos. |
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Roter Fleece statt rote Socken – die Sänger vom Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ hatten richtig gewählt. Ihnen machte die Kühle wenig aus, die mit sieben Grad Sonnabendnacht am Dresdner Elbufer herrschte. Mehr noch, die „Schlossers“ schmetterten zur Einstimmung auf die Uraufführung der Filmoper „Der Freischütz“ ihren liebsten Hit „Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen“. Und Tausende stimmten – wenn auch nur leise – das erste Mal mit ein. Später taten sie es erneut beim „Jägerchor“ und all den bekannten Weisen wie „Jungfernkranz“.
Über 3000 Musikfans auf dem Areal der Filmnächte und wohl nochmals so viele auf der Brühlschen Terrasse erlebten eine ungewöhnliche Premiere. Im 20. Jahr des Dresdner Sommerkinos gab es erstmals einen Film auf beiden Seiten der Leinwand zu sehen. Das Terrassenufer war für Fahrzeuge gesperrt. Es gab kulinarische Nettigkeiten und zu wenig Glühwein. Aufwendige Licht- und Tontechnik sorgte dafür, dass man – nach anfänglicher Übersteuerung – fast überall gut sehen und hören konnte. Und das lohnte: Carl Maria von Webers Oper „Freischütz“ ist ohnehin ein Romantikschauermärchen mit raffinierter, eingängiger Musik. Erst recht, wenn Stars wie René Pape und Juliane Banse sie singen. Obwohl nicht alle Protagonisten filmreif spielen und nicht immer Bild und Ton synchron sind. Die Musik ist herrlich: Augen zu!
Das Raunen im Chor
Doch das fällt schwer. Regisseur Jens Neubert und sein Team fanden in Dresdens Umgebung treffliche Drehorte für stimmungsvolle Szenen, um die Originalhandlung eindrucksvoll zu illustrieren. Im Rosenthal etwa entstanden die Wolfsschlucht-Bilder, wo die Jäger Max und Kaspar die unfehlbaren Freikugeln gießen. Schloss und Fasanenschlößchen Moritzburg waren Kulissen für prachtvolle Momente. Und so ging ein stetiges Raunen durch die Reihen – mal lauter, wenn Orte erkannt wurden, mal punktuell, wenn sich einige der anwesenden 600 Statisten und Chorsänger wiedererkannten.
Am Ende gab’s großen Beifall für die Stars und das Filmteam – von beiden Seiten der Elbe. Und auch die Männer im roten Fleece klopften sich ordentlich auf die Schultern: „Wir waren dabei, gut so!“
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Sächsische Zeitung vom 06.09.2010 |
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