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| Sächsische Zeitung, 20.07.2006 |
Karl-Heinz Guttmann im Unruhestand
Seit 40 Jahren organisiert der umtriebige Sänger und Bergsteiger das Vereinsleben mit.
Von Peter Salzmann
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Still am Tisch trifft man Karl-Heinz Guttmann selten an. Meistens ist er für seine Bergsteiger unterwegs. |
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Auf die Frage, was er gern singt, kommt die Antwort prompt: "Das Lied von der Malowiza, den Bergwunsch, La Montanara und den Jägerchor aus Webers "Freischütz." Karl-Heinz Guttmann gehört seit 1946 dem Sächsischen Bergsteigerchor "Kurt Schlosser" an. Doch er singt nicht nur tüchtig mit. Für seine 40-jährige Vorstandstätigkeit wurde Karl-Heinz Guttmann kürzlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Gutti, wie er von vielen genannt wird, ist eine wandelnde Chronik, zeichnete er doch vier Jahrzehnte für die Chorverbindungen ins In- und Ausland verantwortlich. 35 Tourneen in 14 Länder Europas, Asiens und Amerikas sind in den Bergsteigerchor-Annalen verewigt. Fast alle hat er mit organisiert.
Dicke Ordner belegen, was es heißt, die Tourneen des Chores gründlich vorzubereiten. Manchen Geniestreich hat er vollbracht, um über 100 Sänger samt Gepäck auf dem Dresdner Hauptbahnhof in Liegewagen zu verfrachten und nach Bulgarien auf die Reise zu schicken. Manches Mal standen ihm dafür nur 20 Minuten Aufenthalt zur Verfügung. Wenn dann ausländische Chöre zum Gegenbesuch anreisten, hatte Gutti wieder viel zu tun, Quartiere und Betreuung mussten organisiert werden, Stadtrundfahrten, Exkursionen, Auftritte und gesellige Abende. Karl-Heinz Guttmann hat zum Beispiel großen Anteil daran, dass zum Chorkonzert in der legendären Adelsberger Grotte in Slowenien 1994 neben dem Bergsteigerchor "Kurt Schlosser" auch andere namhafte deutsche Chöre "unter Tage" auftreten konnten.
Nach 1989 anvancierte Gutti zum ehrenamtlichen Reiseleiter. Fünfzehnmal war er Organisator von Busreisen, die für viele Chormitglieder und ihre Ehefrauen, für Förderer und Freunde zum Erlebnis wurden: in die Schweiz, nach Slowenien und Kroatien, nach Österreich, Italien und Ungarn. Gutti ist nicht nur dem Chor seit Jahrzehnten verbunden. In seinen besten Kletterjahren konnte er so manchen Gipfelsieg im Elbsandsteingebirge und anderswo verbuchen. Mit Stolz berichtet er, dass er auch die Triglar-Nordwand in den Julischen Alpen und die Jglata-Südkante im bulgarischen Riesengebirge bezwungen hat.
Vor kurzem trat Karl-Heinz Guttmann als stellvertretender Vorsitzender des Sächsischen Bergsteigerchores "Kurt Schlosser" zurück. Doch seine Freunde wissen, dass sich der 78-Jährige lediglich in den Unruhestand begeben hat. Gutti singt weiter und steht mit Rat und Tat dem Chor zur Seite.
Unruhig ist er auch in der Grunaer Gartensparte "Laubenheim", in der er 13 Jahre lang Vorsitzender war. Trotz aller Unruhe-Jahre strahlt Gutti viel Ruhe und Gelassenheit aus. Ehefrau Rosi aber wäre sehr überrascht, wenn sich ihr Gutti völlig aufs Altenteil zurückziehen würde. Ein bisschen Unruhe schadet auch einem fast Achtzigjährigen nicht.
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Sächsische Zeitung vom 20.07.2006 |
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