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Sächsische Zeitung, 05.01.2006

Alles unter einem Hut

FRÜHSTÜCK MIT … dem Chorchef Carsten Jandura

Von Ivette Wagner

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Ein ausgedehntes Frühstück außerhalb der heimischen vier Wände ist bei Carsten Jandura eher ungewöhnlich. Im Café und Restaurant Rähnitz genoss er diese Zeit daher besonders.
Frühstück ist bei ihm eine Angelegenheit in Familie. "Ich nehme mir dafür Zeit", sagt Carsten Jandura. "Mindestens 20 Minuten." Dann hat der Planungsingenieur und ehrenamtliche Vorsitzende des Sächsischen Bergsteigerchores Kurt Schlosser einen straffen Tag. "Es fragen mich immer viele, wie ich das alles unter einen Hut bekomme." Jandura lächelt, sagt: "Es geht wirklich gut, da ich ja auch nicht alleine bin, sondern Mitstreiter habe."

Erstmal feste Nahrung

Im Café Rähnitz auf der Rähnitzgasse bestellt er sich Orangensaft, Kaffee, Brötchen und Ei. "Frühstück brauche ich. Aufstehen und dann gleich los, ist nichts für mich." Hektik scheint Carsten Jandura auch fremd zu sein. Trotz des enormen Tagespensums wirkt er ruhig, lacht viel. Der 36-Jährige erzählt, dass er damals, als kleiner Junge, Chorsingen nicht unbedingt im Kopf hatte. Er bummelte mit seinen Eltern über den Striezelmarkt, dort gab es gerade ein Vorsingen. "Es kam einer und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte. Das Vorsingen klappte, seitdem bin ich dabei." Nun macht er sich als begeisterter Chorsänger aber auch so seine Sorgen. Denn der Nachwuchs fehlt.

"Junge Sänger wollen sich nicht langfristig binden", sagt Carsten Jandura. Es gäbe genügend Chöre, die nur für Projekte zusammen arbeiten und dann getrennte Wege gehen. "Die Männer, die bei uns dazu kommen, sind so um die 40 Jahre alt." Carsten Jandura lächelt. "Ganz jung ist das natürlich nicht." Im größten Männerchor Sachsens mit 140 Sängern gibt es zum Beispiel auch zwei Herren, die schon seit 60 Jahren dabei sind. "Wenn man einmal einen Auftritt auf der Bühne miterlebt hat, weiß man, was für ein Feeling dahinter steckt." Damit meint Carsten Jandura nicht nur das musikalische. Da er schon mit sieben Jahren im Bergsteigerchor anfing, haben sich mittlerweile zu den anderen Sängern auch Freundschaften entwickelt. Eine große Familie nennt es Jandura. Aber: Es gibt auch ein Leben ohne die Männer.

Dann zieht es Carsten Jandura in die Natur. Zum Klettern und wandern oder Radfahren. Dann ist auch oft die Familie dabei. Was nun gleich wieder zum Chor zurückführt. Schließlich ist Carsten Jandura Vater von zwei Jungen. "Mein großer nimmt Klavierstunden und singt im Schulchor", sagt Jandura. Der kleine Sohn geht noch in den Kindergarten, "mal sehen, was da noch kommt." Wichtig sei, Begeisterung zu wecken. "Schließlich steckt ja hinter dem Singen ein Gefühl." Die Gefühle seiner Frau respektiert der Hobbysänger auch. Sie begleitet ihn ein- oder zweimal im Jahr zu Konzerten, "ansonsten lässt sie mich gewähren".

Verhandlungen über freie Zeit

Wenn das Pensum von Carsten Jandura dann doch mal zu viel wird, treten er und seine Frau in Verhandlungen ein. "Mal muss ich beim Chor Abstriche machen, mal die Familie." Ausgleichende Gerechtigkeit also. "Deshalb ist bei uns auch eine gemeinsame Mahlzeit wichtig", sagt Carsten Jandura. Und das ist nun mal das Frühstück.

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Sächsische Zeitung vom 05.01.2006
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Letzte Änderung:
28.09.2006
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