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| Sächsische Zeitung, 24.11.2009 |
Lust am Gipfel mit den Schlossers
Der Bergsteigerchor sang zum 40. Mal im Kulturpalast und war besser denn je.
Von Bernd Klempnow
Ein Konzert beim Sächsischen Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ ist wie ein Besuch bei guten Freunden. Man kennt sich, und trotzdem vermag der Gastgeber zu überraschen. Seit vier Jahrzehnten gelingt das dem 100 Mann starken Ensemble bei seinen Auftritten Ende November im Dresdner Kulturpalast. Auch diesmal, am Sonntag, gab’s zweimal ein volles Haus.
Naturglück und Widerstand
Im Saal trägt man feines Sakko oder Pullover, auch Outdoor-Kleidung ist passend, denn für Berg- und Wanderfreunde ist einzig die gemeinsame Lust am Gipfel wichtig. Unter den traditionellen Bergvorhängen, eingerahmt von Blumen und Fichten, grüßten die Sänger in zuerst grünen, dann roten Socken ihre Fans mit schmetternden Bergsteiger- und anderen Freuden des Lebens. Ob neu arrangierte Weisen wie „Im Frühtau zu Berge“ oder schöne Naturbeschreibungen wie „Herbst in den Bergen“ – viele Zuschauer sangen mit, lange bevor im zweiten Teil ein Mitsinge-Medley den ganzen Saal als Chor einte. Trotz Spaß bot das aktuelle Programm mehr besinnlichere Töne als sonst. Moderatorin und MDR- Publikumsliebling Beate Werner fand dazu die richtigen Worte. Sie erzählte Anekdoten von den Entdeckern der Sächsischen Schweiz und Skurrilitäten wie einstige Sänften-Wanderungen durch die Berge. Sie erinnerte aber auch daran, dass die Steige im Sandstein nicht immer nur zur Erbauung dienten. Ein Datum steht dafür: Chorgründer und Antifaschist Kurt Schlosser wurde vor 65 Jahren in Dresden enthauptet. Die Sänger stimmten passend einen respektablen Gefangenenchor aus der Oper „Fidelio“ an. Auch andere Lieder wie „Traum vom Frieden“ und John Lennons „Imagine“ wirkten in Botschaft und Vortrag nach. Die Instrumentalgruppe des Chores war dabei erneut ein besonderer Trumpf.
Man mag sich täuschen, aber der Chor war besser denn je: homogener und sicherer der Satzgesang, ausgeglichener die Stimmlagen. Selbst heikle mehrstimmige Kanons überzeugten. Wie fantastisch müsste diese Chorkraft erst in einem Kulturpalast mit Spitzenakustik klingen? Doch vorerst laden auch die Schlossers weiter in den zugigen und dämpfenden Saal – am 21. November 2010 ist ihr nächstes Jahreskonzert. Und die Ovationen zeigten: Ihr Publikum wird da sein.
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Sächsische Zeitung vom 25.11.2008 |
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