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Wer die Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft.
Wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen.

Friedensreich Hundertwasser


Ein Kurzer Chronikabriss

Die Wiege stand im Hotel "Stadt Petersburg"

1927-1933: Gründung des heutigen Bergsteigerchores "Kurt Schlosser" im Hotel "Stadt Petersburg" Dresden als Gesangsabteilung des Touristenvereins "Die Naturfreunde – Vereinigte Kletterabteilung Sachsen/VKA". Vorsitzender: Georg Schönberger (I. Tenor), ab 1931 Kurt Schlosser (I. Tenor). 1930: Mitglied der "Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit". Dirigenten: Kurt Lauterbach, Martin Kühne. Erstes Konzert: 14. Februar 1928 im Keglerheim Dresden-Friedrichstadt. 1929: 45 aktive Sänger, 1933: 171 aktive Sänger. Letztes Konzert vor der Illegalität: 4. März 1933 in der "Goldenen Krone" Dresden-Kleinzschachwitz. Viele Chormitglieder sind arbeitslos, Bergfreundschaft wächst zur Solidarität.

Im Widerstand

1933-1945: verboten, Teilnahme am antifaschistischen Widerstandskampf. 48 Sänger durchlebten Konzentrationslager, Zuchthäuser und Gefängnisse. Elf überlebten nicht, unter ihnen der Chorvorsitzende Kurt Schlosser. Dessen Urne ist auf dem Städtischen Heidefriedhof im Ehrenhain für die Verfolgten des Naziregimes beigesetzt.

Aufschwung und Engagement

1945-1989: erstes Konzert nach dem Zweiten Weltkrieg 7. Juli 1945 in der Tanzgaststätte "Constantia" in Dresden- Cotta. 1948: Gründung des Bergsteiger- Jugendchores. Seit dem 10. September 1949 trägt der Bergsteigerchor den Namen "Kurt Schlosser". Großer Aufschwung zu einem populären Männerchor. Dirigenten in Folge: Martin Kühne, Richard Eißler, Peter Fischer, Wolfgang Berger, Werner Matschke, Heiner Voigt, Christian Möbius, Dr. Alfred Kalcher, Karl Heinz Hanicke. 1964: Gründung des Kinder- und Jugendchores. 1965: neue Chorleitung, 1975 bis 1990: große Unterstützung durch die Reichsbahndirektion Dresden, enge Zusammenarbeit mit namhaften Berufskünstlern, Konzerte im In- und Ausland; sportlich organisiert in der Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Dresden und im Deutschen Verband für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf der DDR. Hohe staatliche und gesellschaftliche Auszeichnungen. Zwei Langspielplatten "Seid gegrüßt ihr stolzen Berge" (Amiga), "Bergfreundschaft" (Eterna) und Quartett-Platte "Aufstieg" (Eterna). 1978 bis 1990: Instrumentalgruppe, Leitung: Annelies Sebastian. 1984: 164 aktive Sänger. 1987: Herausgabe des Buches "Bergfreundschaft – Aus der Chronik des Bergsteigerchores "Kurt Schlosser", im transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin (210 Seiten, 200 Fotos) erschienen.

Eingetragener Verein

Nach 1989: engagierte Fortsetzung der Chorarbeit als eingetragener Verein mit neuem Vorstand. Axel Langmann kommt zu Matschke und Hanicke als weiterer Dirigent hinzu; erweiterte Reisetätigkeit; sportlich organisiert im Touristenverein „Die Naturfreunde“, im Deutschen Alpenverein, im Sächsischen Bergsteigerbund und im Dresdner Wanderer- und Bergsteigerverein. 1999: Der Chor erwirbt einen Stifterbrief zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und präsentiert mehrere Kassetten-, CD- und Videoproduktionen.

Axel Langmann folgt Werner Matschke

2002 bis 2006: 75-jähriges Jubiläum mit Gästen aus Bulgarien, Österreich, den USA und mehreren deutschen Bundesländern. Zwei ausverkaufte Jubiläumskonzerte "Kameraden der Berge" im Festsaal Kulturpalast Dresden. Herausgabe der ersten Imagebroschüre und des Buches "Charaktere – Typen – Berggesang". Werner Matschke steht seit 40 Jahren dem Chor als Künstlerischer Leiter vor und wird zum Chordirektor ernannt. Er übergibt am 24. November 2002 öffentlich im Kulturpalast symbolisch den Dirigentenstab an Axel Langmann, der ab 2003 als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent fungiert. Ihm zur Seite: Gernot Jerxsen, die Stimmbildnerinnen Marlen Herzog, danach Stephanie Hauptfleisch. Kapellmeister Karl Heinz Hanicke wird 2003 öffentlich verabschiedet. 2004: "klassisch-natürlich – natürlichklassisch", gemeinsames Konzert mit der Neuen Elbland Philharmonie (Dirigenten Axel Langmann und Generalmusikdirektor Peter Fanger). 2005 hat der Chor 142 aktive Sänger, 128 Fördermitglieder aus mehreren Bundesländern.

80. Geburtstag

2007: etwa 140 aktive Sänger, 120 Fördermitglieder aus ganz Deutschland; 22 bis 26. November: 80-Jahr-Feier mit internationalen und nationalen Gästen, zwei Festkonzerte "Unsre Berge – unsre Lieder" vor 5000 Besuchern im ausverkauften Kulturpalast, festlich-heiterer Abend im Ammonhof, Meeting in der Gedenkstätte am Münchner Platz für die etwa 50 Chorsänger, die am Widerstand gegen die Nazis teilgenommen haben. Chordirektor Werner Matschke wird 75-jährig nach 45 Jahren als Dirigent – davon 40 Jahre als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent – von der großen Bühne verabschiedet.

Fernsehen und Rundfunk:

"Goldene Note", "Alles singt", "Ein Kessel Buntes" (DDR-Fernsehen), "Gewünscht, gespielt, gewonnen" (Radio DDR), "Den Bergen zum Lobe" (DDR-Fernsehen), "Das Echo" (Radio DDR/MDR), "Melodien für Millionen", "Zauberhafte Heimat" (ARD), "Musik für Sie", "Biwak", "Außenseiter-Spitzenreiter", "Woll’n wir’s HOFFen" (MDR), "Musikantendampfer" (ARD), "Hier ab vier", "Gute Unterhaltung", "Grand Prix der Chöre" (ZDF), "Unterwegs in Sachsen" (MDR).

Der Bergsteigerchor im Ausland zu Gast

1932Tschechoslowakei: Ostrov, Rajec, Tisa
1958ČSR: Prag
1959Polen: Gniezno, Poznan
1966Bulgarien: Kjustendil, Samokov, Sofia, Veliko Tirnovo, Warna
1967Polen: Zgorzelec;
BRD: Weinheim/Bergstraße
1968BRD: Heilbronn, Ludwigsburg, Mannheim, Stuttgart;
ČSSR: Prag
1971Bulgarien: Bankia, Bansko, Sofia
1974Bulgarien: Belogradschik, Pleven, Plovdiv, Russe, Sofia, Vidin, Vraza
1977Bulgarien: Gabrovo, Kardschali, Plovdiv, Rjachovo, Russe, Sofia, Veliko Tirnovo, Witoscha-Gebirge
1978BRD: Mannheim, Stuttgart;
1979BRD: Frankfurt/Main, Langenselbold, Mörfelden, Reinheim, Westberlin
1980Bulgarien: Lovetsch, Petritsch, Pleven, Sandanski, Sofia, Trojan, Tscherni Ossen, Witoscha-Gebirge;
BRD: Westberlin
1981Polen: Jelenia Gora
1984Bulgarien: Bankia, Belogradschik, Peruschtiza, Sofia, Swichtow, Trjavna, Witoscha-Gebirge
1986Polen: Poznan, Wrzesnia
1987Nordkorea: Pjöngjang
1988Bulgarien: Burgas, Pamporovo, Smoljan, Sofia
1989UdSSR: Leningrad, Puschkin
1993Schweiz: Meierhofen (Graubünden)
1994Schweiz: Val Gronda;
Slowenien: Adelsberger Grotte, Bled;
Bulgarien: Sofia, Witoscha-Gebirge
1996Österreich: Seeboden (Kärnten)
1998USA: Columbus, Dresden/Ohio, Lakeshore, Pataskala;
Kanada: Kitchener
2001Italien: Riva del Garda
2002Österreich: Krimml, Neukirchen am Großvenediger, Salzburg, Wildkogel
2003USA: Columbus, Gatlinburg, Smokey Mountains
2004Bulgarien: Bansko, Pirin-Gebirge, Sofia
2006Schweiz: Zürich
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Letzte Änderung:
29.11.2007
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